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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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„Illegaler Transport“



Condor

20.06.2008 - - Ich lebe als Deutscher in Puerto de la Cruz. Ende Januar lud mich eine Bekannte (65 Jahre)  zu ihrem Geburtstag ein. Sie fragte auch, ob ich netterweise ihre Freunde, die extra für diesen Geburtstag aus Holland anreisten, vom Flughafen abholen und nach Puerto de la Cruz fahren kann. Ok, ich habe ja ein Auto, kein Problem. Eine holländische Familie, älteres Ehepaar mit Sohn – die hatte ich schon mal abgeholt.
Wir feierten zusammen den Geburtstag, und eine Woche später war die Rückreise. Ich sollte also die Freunde gegen 7 Uhr vom Hotel Monopol in Puerto de la Cruz abholen, um sie wieder zum Flughafen zu fahren. Da sie gegen 7 Uhr früh noch nicht auf der Straße waren, ging ich ins Hotel und habe dort den Portier gefragt, ob schon ein älteres Ehepaar und ein junger Mann raus gegangen sind, vielleicht habe ich sie verpasst. „Nein, warum?“ Ich: „Ist privat.“ Vielleicht sind sie ja im Frühstücksraum? Da ich noch nie in diesem Hotel war, habe ich den Portier gefragt. Er schickte mich dorthin, wo ich sie auch antraf. Ich sagte, ich warte draußen am Auto.
Ich bin kaum draußen am Auto, da kommt die Polizei vorgefahren. „Ihre Papiere bitte…“ In diesem Augenblick kamen die Freunde aus dem Hotel zu meinem Auto. Der alte Mann geht an Krücken, ist also Invalide. Ich sagte zur Polizei, „ich warte hier auf meine Freunde, da kommen sie.“ Der Polizist fragte nach unseren Papieren, auch nach den Papieren meiner Freunde. Er nahm sie an sich und ging zum Polizeiauto, um alles zu notieren. Der 2. Polizist, eine Polizistin, fragte mich, ob es meine Familie sei, ich sagte ja…. Freunde und Bekannte gehören nun mal zur Familie. Die Polizistin fragte dann in Englisch den Sohn des Ehepaars, ob wir Freunde seien, was der bestätigte. Dann fragte die Polizistin, warum meine Freunde kein Taxi nehmen. Ich habe nur verwundert geschaut über diese Frage. Dann kam der Polizist vom Polizeiauto wieder, gab uns unsere Pässe zurück und sagte, ich bekäme eine Anzeige wegen „illegalen Transports“.
Meine Lebensgefährtin (Spanierin) war am nächsten Tag beim Polizeichef Policia Local in Puerto de la Cruz und sagte, daß es Freunde sind, die ich zum Flughafen gefahren habe. Eigentlich wollte sie unsere Freunde selbst fahren, konnte aber nicht, da sie ihren Sohn zur Schule bringen musste. Sie fragte den Polizeichef, ob dies auch verboten sei? Der Polizeichef antwortete: „Nein, natürlich ist so etwas auch nicht verboten.“  Dann war die Gastgeberin des Geburtstages bei der Polizei vorstellig um klarzustellen, dass es Freunde sind, die ich zum Flughafen fuhr. Sie legte auch die Gästeliste ihrer Geburtstagseinladung vor. Auf dieser Liste der Freunde stehen wir alle mit unserem Namen drauf. Außerdem gab sie der Polizei bekannt, dass ich auch sie am nächsten Tag zum Flughafen fahren würde. Sie fragte den Polizeichef, ob es damit Probleme gibt. Der Polizeichef sagte: „Natürlich nicht, das ist ja nicht verboten.“
Doch all das hat der Polizeichef NICHT in seinen Bericht geschrieben. Nun erhalte ich vier Monate später die Anzeige mit Strafgeld: 1.501 Euro soll ich für „illegalen Transport“ bezahlen! Frei nach der Polizistin: schließlich hätten ja meine Freunde auch ein Taxi nehmen können ….
Ferner steht auf dem Protokoll des Polizeichefs, ein Taxifahrer hatte bei der Polizei angerufen, dass da jemand Leute vom Hotel abholt, es müsse wohl ein illegaler Transport sein…. Und weiter steht drin, dass der Rezeptionist vom Hotel Monopol ausgesagt habe, ich wäre schon öfter dort gewesen und hätte auch nach anderen Personen gefragt, was aber nicht wahr ist.
Ich werde mich weiter gegen dieses Unrecht wehren und werde wohl einen Prozess führen müssen. Dass eine solche Willkür der Behörden dem Ruf einer Urlaubsinsel nur schaden kann, scheint den Verantwortlichen leider nicht bewusst zu sein.

Tino Neumann
Puerto de la Cruz









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