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Ausgabe Nr. 74 vom 5. - 18. November 2008
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Geringe Niederschlagsmengen und heiße Calima-Tage haben zu akutem Wassermangel geführt, der im Sommer zu einem noch größeren Problem werden könnte

Teneriffas Staubecken trocknen aus

Teneriffas Umweltbeauftragter, Wladimiro Rodríguez, ist sehr besorgt. Das Wasserniveau der Staubecken sinkt immer weiter und lässt, wie er meint, einen äußerst problematischen Sommer befürchten. Der Wasserstand in einigen Cabildo-eigenen Staubecken ist fast dramatisch.

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Ein Beispiel für die Wasserknappheit ist das Staubecken La Tabona in La Guancha, das derzeit nur zu 37% gefüllt ist. Das Becken fasst bis zu 149.241 Kubikmeter, das jetzige Wasservolumen liegt aber nur bei 55.593 Kubikmetern.
Galerie© Moisés Pérez (Archivbild)
Ein Beispiel für die Wasserknappheit ist das Staubecken La Tabona in La Guancha, das derzeit nur zu 37% gefüllt ist. Das Becken fasst bis zu 149.241 Kubikmeter, das jetzige Wasservolumen liegt aber nur bei 55.593 Kubikmetern.
06.06.2008 - Teneriffa - „Wir sprechen von der schlimmsten Wasserknappheit seit den 40er Jahren“, bestätigte Rodríguez und forderte die Bevölkerung zur Vernunft im Umgang mit Wasser auf: „Wir müssen uns alle den Gürtel enger schnallen.“
Nach Auskunft des Cabildo-Umweltchefs ist die Lage im Inselgebiet Isla Baja (Buenavista, Los Silos, La Guancha und Icod de los Vinos) am schlimmsten, aber auch im Süden, vor allem in Las Galletas und im ohnehin trockenen und ganzjährig von der Sonne beschienenen Guía de Isora sind die Staubecken besorgnis­erregend leer. Auf einem bedrohlich niedrigen Stand ist auch der Wasserspiegel der Staubecken im Nordwes­ten. Im Orotavatal sieht es etwas besser aus, aber auch hier besteht Grund zur Sorge. Nach Auskunft des zuständigen Amtes im Cabildo sind die 16 Staubecken im Norden derzeit nur zu 28,7% gefüllt, während die sieben Staubecken im Süden immerhin zu 61% voll sind.
Aus diesem Grund rät Wladimiro Rodríguez allen Verbrauchern und den Landwirten, Wasser nicht bedenkenlos zu verschwenden, sondern im Hinblick auf die trockenen Sommermonate Sparmaßnahmen anzuwenden. Er erinnerte an die Lage im letzten Jahr und an die verheerenden Waldbrände. „Dieses Jahr ist die Lage weitaus schlimmer, denn letztes Jahr waren wenigstens die Staubecken gefüllt und in den Höhenlagen hatte es geregnet“, gab er zu bedenken. In den Höhenlagen habe es heuer aber kaum geregnet und die Wasserknappheit sei die schlimmste seit den 40er Jahren, klagte Rodríguez. Und auch im Norden sei die Niederschlagsmenge äußerst gering gewesen. „Der üblicherweise auf den Kanaren regenreiche November blieb relativ trocken, im Januar regnete es überhaupt nicht. Dazu muss man bedenken, dass wir 52 Tage Süd-Süd­ostwetter (Calima) hatten, wodurch die Bodenfeuchtigkeit verdunstet ist“, erklärte der Umweltchef.

Cabildo fordert dringend Abkommen mit Regional- und Zentralregierung zum Bau neuer Wasserinfrastrukturen

Dieses Jahr hat das Wetter nicht mitgespielt und auch die lange geforderte Hilfe aus Madrid, um in neue Wasserinfrastrukturen zu investieren, blieb aus. Dieses Thema stand auch auf der Tagesordnung einer der letzten Cabildoratssitzungen. Dabei wurde einvernehmlich beschlossen, die Regionalregierung und die Zentralregierung in Madrid aufzufordern, dringendst ein Abkommen zu unterzeichnen, das den Bau neuer Entsalzungs- und Kläranlagen ermöglicht. Fünf Projekte hat das Cabildo bereits fertig auf dem Tisch liegen, die Umsetzung hängt nur noch von der Frage der Finanzierung ab. Dabei geht es um eine neue Entsalzungsanlage in Granadilla, den Ausbau des Rohrnetzes zur Kanalisation des aufbereiteten Wassers, die Verbesserung bzw. Ausbauarbeiten an der Kläranlage in Puerto de la Cruz und eine Entsalzungsanlage für Grundwasser in Las Llanadas.
Als einzige Rettung für den Sommer kommt nach Ansicht von Wladimiro Rodríguez ein kräftiger Passatwind in Frage. „Ich schaue nicht mehr zurück auf das was der Winter uns nicht gebracht hat, sondern richte den Blick nach vorne und hoffe auf den Passatwind“, erklärte er.
Der Passatwind nimmt über dem Atlantik viel Feuchtigkeit auf und bringt den Kanaren dadurch Niederschläge. Ohne den Passat und mit Zunahme der heißen Luftströme aus Afrika bleibt der Regen aus.








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