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Ausgabe Nr. 74 vom 5. - 18. November 2008
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Cabildo erwägt Gebühr für Wanderung durch Masca-Schlucht

Tür zur Natur

Wanderfreunde auf Teneriffa werden wohl kaum über die neueste Idee des Umweltbeauftragten bei der Inselregierung erfreut sein. Oder vielleicht doch und gerade deshalb, weil auch sie Verständnis für die Notwendigkeit neuer Schutzmaßnahmen für die Natur haben?



Steil führt es durch die Masca-Schlucht bergab. Das Rauschen des Meeres wird immer lauter. Das Abenteuer für trittsichere Wanderer endet in einer kleinen Badebucht.
Galerie© Moisés Pérez
Steil führt es durch die Masca-Schlucht bergab. Das Rauschen des Meeres wird immer lauter. Das Abenteuer für trittsichere Wanderer endet in einer kleinen Badebucht.
25.05.2008 - Teneriffa - Der Zeitung Diario de Avisos gegenüber soll Wladimiro Rodríguez die Absicht seines Ressorts bestätigt haben, eine Gebühr für Wanderungen durch die Masca-Schlucht zu erheben. Aurelio Abreu, Bürgermeister von Buenavista, begrüßte dieses Vorhaben und teilte mit, dass er sich die Einführung der Gebühr noch vor Ende dieses Jahres wünscht.
Die Idee einer sogenannten Tür zur Natur in Masca ist nicht neu. Als Vorbild dient die Schlucht Barranco del Infierno in Adeje, deren Besuch seit 2003 kostenpflichtig ist. Für eine geringe Gebühr von drei Euro pro Person werden geführte Touren angeboten. Gleichzeitig ermöglicht diese Maßnahme eine Kontrolle der Besucherzahl, die täglich nicht über 200 liegen darf bzw. nicht mehr als 80 Menschen gleichzeitig in der Schlucht unterwegs sein dürfen. Die Einführung der Gebühr für den Besuch des Barranco del Infierno war seinerzeit auch heftig umstritten, wurde letztlich aber akzeptiert und scheint heute positive Auswirkungen auf die Natur und ihren Zustand in diesem Gebiet zu haben. Von der Stadt Adeje wurde mitgeteilt, dass seit der Einführung der Besucherkontrolle verschiedene Habitats innerhalb des Naturparks regeneriert werden konnten.
Die Umweltschutzorganisation Ben Magec hat Bedenken an den Absichten, die das Cabildo mit der Einführung der Gebühr verfolgt, angemeldet. „Es ist unannehmbar, dass öffentliche Gebiete so privatisiert werden. Sie sind Blutsauger, die Geld auftreiben wollen, egal woher“, sagte Ben Magec-Sprecher Rubén Fuentes. Allerdings räumt auch er ein, dass eine Kontrolle der Besucherzahlen von Vorteil wäre, dafür sei aber keine Eintrittsgebühr notwendig. Vielmehr könne die Wanderung durch die Masca-Schlucht ähnlich geregelt werden wie der Aufstieg zum Gipfel des Teide. Es kann ein tägliches Besucherlimit festgelegt werden und die Wanderer müssen zuvor eine Genehmigung beim Cabildo einholen. Außerdem ist er der Ansicht, dass die Umweltaufsicht durch mehr Personal verstärkt werden müsste.
Wladimiro Rodríguez teilte unterdessen mit, dass in dieser Sache noch längst nicht das letzte Wort gesprochen ist. „Ich werde nichts unternehmen, wenn diese Maßnahme keine Befürworter findet“, kündigte er an. Wenn Umwelt- und Bürgerverbände sich nicht dafür aussprechen, werde er davon absehen. Momentan werde an einer Studie über die mögliche Verwaltung des Naturgebiets durch das Cabildo und die Gemeinde Buenavista gearbeitet.
Die Wanderung durch die Masca-Schlucht beginnt in dem kleinen Nest Masca und führt über teils steile Pfade in Richtung Küste. Der Weg schlängelt sich etwa viereinhalb Kilometer lang bergab bis zu einem schwarzen Sandstrand. Der Wanderer erlebt quasi unberührte Natur und scheinbar unendliche Stille und Einsamkeit.






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