Am Samstag, dem 19. November findet um 21 Uhr in der Kirche La Concepción in La Orotava ein Festkonzert zur Einweihung der restaurierten Walcker-Orgel statt.
09.11.2005 - Teneriffa - Marianne Jakob (Sopran), Hermann Ulmschneider (Trompete) und Josef Fleschhut (Orgel) sind die Interpreten. Sopran und Orgel sind mit Werken von Mozart zu hören, zusätzlich mit Kompositionen von Stachowicz und Händel für Trompete. Trompete und Orgel spielen gemeinsam Werke des Barocks von Telemann und Tartini. Große Aufmerksamkeit wird der „Dialog“ von Trompete und Orgel bewirken, es ist ein musikalisches „Zwiegespräch“ der beiden Instrumente.
In der freien Orgelimprovisation mit Josef Fleschhut wird die nun vollendete historische Orgel der Firma Walcker aus Ludwigsburg durch den Organisten vorgestellt und wird in allen Facetten, Farben und Tempis zu hören sein.
Programm
G. Ph. Telemann
Konzert in D-Dur (Adagio - Allegro - Grave - Allegro)
D. Stachowicz„Veni Consolator“ (Sopran, Trompete und Orgel)
Orgel-Trompeten-Dialog(Orgel: J. Fleschhut, Trompete: H. Ulmschneider)
W. A. Mozart„Tu virginum corona“ (Sopran und Orgel)
J. B. LoeilletSonate in G-Dur (Andante - Allegro - Lento dolce - Allegro)
G. F. Händel„Let the bright Seraphim“ /Oratorium Samson (Sopran, Trompete und Orgel)
Orgelimprovisationenvon Organist Josef Fleschhut
G. TartiniKonzert in D-Dur (Allegro - Andante - Allegro)
Aufwendige Restaurierung eines
historischen Instruments
Es war eine gute Entscheidung der Kirchengemeinde und der Stadt La Orotava, den Auftrag zur Restaurierung der historischen Walcker-Orgel aus Ludwigsburg – 1914 von Pilar Casañas Viuda de Pérez gestiftet – an eine traditionsreiche und in historischen Orgeln erfahrene Orgelbaufirma zu vergeben. Orgelbaumeister Gunnar Schmid aus Kaufbeuren hat mit seinen ausgezeichneten Mitarbeitern erreicht, dass das Instrument trotz vielfältiger, neu ersetzter Teilchen wie „unberührt“ zu bestaunen ist. Der großartige Klang strahlt wieder wie am Tag der Eineihung am 9. Juni 1914.
Die Restaurierungsarbeiten begannen mit dem Ausbau des gesamten Pfeifenwerkes, die Metallpfeifen mussten in Seifenlauge gewaschen, die Holzpfeifen kontrolliert und repariert werden. Sämtliche Orgelteile wurden gründlich gereinigt: Windladen, Blasbälge und Windkanäle. Die Registerpneumatik wurde total überholt. Keil- und Hängebälgchen mussten für die Neubelederung nach Deutschland transportiert werden. Die großen Teile wie Spieltisch, Doppelfaltenbälge und Windkanäle wurden von der Orgelempore in das Kirchenschiff heruntergelassen, da auf der engen Empore kein Platz für die erforderlichen Arbeiten vorhanden war. Der Spieltisch musste total zerlegt werden und Neugarnieren und Bafilzen der ausgespielten Klaviaturen, Neubelederung sämtlicher Spieltischmembranen, Abschleifen und Polieren der Tasten waren erforderlich, um nur einiges zu nennen.
Nachdem das Instrument wieder zusammengebaut war, wurde die originale Stimmtonhöhe auf 435 Hertz wieder zurückgeführt sowie eine behutsame Nachintonation und Generalstimmung vorgenommen. Das Gehäuse musste statisch gesichert und nach Reinigung mit Hartöl poliert werden.
Orgelbaumeister Gunnar Schmid wird bei dem Festkonzert anwesend sein.