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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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Wieder kamen afrikanische Flüchtlinge bei dem Versuch, mit Holzbooten nach Europa überzusetzen ums Leben

Mit dem Cayuco in den Tod

Das Drama der illegalen Einwanderung aus Afrika hat sich in den letzten Wochen auf dem Archipel erneut zugespitzt. Innerhalb nur weniger Tage kamen Ende April sechs afrikanische Bootsflüchtlinge ums Leben.



Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte starb der junge Afrikaner noch am Strand.
Galerie© EFE
Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte starb der junge Afrikaner noch am Strand.
10.05.2007 - Kanarische Inseln - Hinzu kommt, dass immer neue Holzboote mit Flüchtlingen eintreffen, was sich nach Expertenmeinung in den kommenden Monaten durch die günstigen Wetter- und Seeverhältnisse noch weiter steigern wird.

Ohne Überlebenschance

Nach zehn Tagen auf See gelangte am 26. April ein 17 Meter langes afrikanisches Fischerboot an den Strand von Archile in San Miguel de Abona (Teneriffa). An Bord war ein Toter. Der Mann war nach Auskunft der anderen Bootsinsassen während der Überfahrt gestorben. Ein weiterer junger Mann starb trotz der Bemühungen der kanarischen Rettungskräfte um eine Wiederbelebung noch am Strand. Die übrigen 67 Personen an Bord befanden sich in einem augenscheinlich guten gesundheitlichen Zustand. Unter den Bootsinsassen waren auch zwei vermutlich Minderjährige. An Bord des Cayuco fanden die Polizeibeamten elf leere Benzin-Plastikfässer.
Fast zeitgleich endete für weitere 89 Afrikaner der Traum von der Ausreise nach Europa in Dakar (Senegal). Ein spanischer Fischkutter hatte die Schiffbrüchigen Tage zuvor vor der mauretanischen Küste gesichtet und an Bord genommen. Das spanische Hospitalschiff „Esperanza del Mar“ brachte die Flüchtlinge, nachdem die senegalesischen Behörden aufgrund der schlechten Verfassung der Immigranten und der unbestreitbaren Tatsache, dass das Boot vom Senegal aus gestartet war, eingewilligt hatten, schließlich in den Hafen von Dakar. Die Flüchtlinge stammen vermutlich aus verschiedenen afrikanischen Staaten. Zwei Insassen dieses Bootes überlebten die Strapazen der Seereise nicht. Ein Flüchtling wurde bereits tot geborgen, ein weiterer Mann starb nach der Rettung an Bord der „Esperanza del Mar“.

Andere mussten von den Sanitätern und Ärzten des Hospitalschiffs wegen Unterkühlung und akutem Flüssigkeitsver-lust behandelt werden. Einige Flüchtlinge bedurften auch psychologischer Betreuung, da sie während der Überfahrt mitansehen mussten, wie Familienangehörige starben. Das Boot war vom Senegal aus mit rund 100 Insassen gestartet. Mindestens zehn Menschen starben während der Überfahrt oder werden vermisst. In Dakar wurden die Überlebenden, darunter mindestens zwei Frauen, von Mitarbeitern der International Organization for Migration (IOM) erwartet und betreut.
Am 28. April ereignete sich ein weiteres Flüchtlingsdrama auf Gran Canaria. An Bord eines Cayuco kamen 82 Flüchtlinge bei Arguineguín im Süden der Insel an. Ihr Boot war von dem Radar des Küstenüberwachungssystems SIVE aufgespürt worden.
Unter den überwiegend männlichen und volljährigen Immigranten befanden sich auch vier Frauen und zwei Kinder im Alter von 18 Monaten und 9 Jahren, die wohlauf waren. Drei Flüchtlinge wurden tot aus dem Boot geborgen und weitere vier mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Vor Ort kümmerten sich die Sanitäter um die nicht so schwer Verletzten, die vor allem wegen Unterkühlung, Prellungen, Schnittwunden und zum Teil auch Knochenbrüchen behandelt werden mussten.
Die Gefahren der Überfahrt und vermutlich auch die Todesursache vieler Flüchtlinge sind meist die Kälte und der Mangel an Trinkwasser.








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