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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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Fast 4.000 Immigranten befinden sich in den verschiedenen Auffanglagern

Flüchtlingszahlen überschlagen sich

Vor wenigen Wochen war die Nachricht über die Ankunft von 400 afrikanischen Flüchtlingen in 48 Stunden noch eine Sensation. Doch das Flüchtlingsdrama im Atlantik hat sich allmählich zu einem sich ständig steigernden Rekordlauf ausgeweitet, der fast täglich mit Meldungen über neue Spitzenzahlen überrascht.

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Diese Babys haben mit ihren Müttern die gefährliche Überfahrt überlebt und sind wohlbehalten auf Teneriffa angekommen.
Galerie© EFE
Diese Babys haben mit ihren Müttern die gefährliche Überfahrt überlebt und sind wohlbehalten auf Teneriffa angekommen.
07.06.2006 - Kanarische Inseln - Am 26. Mai kamen 161 Flüchtlinge auf Teneriffa an, am 27. Mai waren es 126, am 28. Mai erreichten 266 Bootsflüchtlinge die Urlaubsinsel. Nach Auskunft des Regierungsdelegierten auf den Kanaren haben im Laufe dieses Jahres bereits 7.500 schwarzafrikanische Flüchtlinge die Kanaren erreicht. 5.200 – so José Segura – wurden auf das spanische Festland verlegt. Trotzdem quellen die Auffanglager auf den Inseln über.
Am 30. Mai, dem kanarischen Regionalfeiertag, wurde ein neuer Rekord bekannt: 758 Flüchtlinge kamen an einem einzigen Tag auf verschiedenen Inseln des Archipels an. Bis zu zwölf Boote wurden gezählt, die am 29. Mai nach und nach auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, El Hierro und La Gomera ankamen.

10 Tage unterwegs

Die Insassen eines der Boote, das am 29. Mai bei Playa Santiago auf La Gomera ankam, versicherten, dass sie vor über zehn Tagen von Gambia aus in See gestochen waren. Sollte sich diese Geschichte als wahr erweisen, wäre es der südlichste Punkt Afrikas von dem in den letzten Jahren ein Immigrantenboot gestartet ist. Ursprünglich kamen die Bootsflüchtlinge aus Marokko, dann aus Mauretanien und neuerdings aus dem Senegal und Guinea Bissau.

Segura: „Das Meer wird zur Autobahn für Cayucos“

Unter den 40 Flüchtlingen, die in einem der Boote ankamen, das gegen Nachmittag in Fuerteventura eintraf, befanden sich neun Frauen – eine davon hochschwanger – und fünf Babys bzw. Kleinkinder. Während in den letzten Monaten überwiegend erwachsene Männer in den Cayucos saßen, kommen nun zunehmend auch Minderjährige und Kinder an. Sicherlich liegt dies mit an den günstigen Wetterbedingungen und der überwiegend ruhigen See, die das Risiko der Überfahrt in diesen Tagen herabsetzt.
Der Regierungsdelegierte José Segura kündigte an: „Das Meer wird in den nächsten Tagen zu einer Autobahn für Cayucos werden“. Die Bedingungen für eine Überfahrt sind in diesen windstillen Tagen im Mai und Juni besonders günstig, und es ist zu erwarten, dass die Schlepperbanden die Gunst der Stunde nutzen und so viele Boote wie möglich auf den Weg schicken werden.
Dass es Mutterschiffe gibt, die die kleinen Flüchtlingsboote irgendwo in der Nähe des Archipels zu Wasser lassen, streitet Segura weiterhin ab. „Es gibt nicht den geringsten Beweis für die Existenz dieser Schiffe“, versichert er. Dass die Flüchtlinge, die immer größere Strecken bewältigen, fast ausnahmslos in einem guten gesundheitlichen Zustand auf den Inseln eintreffen, führt Segura auf die sehr ruhige See zurück.

2.400 Illegale in Militärzelten

Fast 4.000 illegale Immigranten sind derzeit in den verschiedenen Auffanglagern der Inseln untergebracht. Die Militärcamps von La Isleta auf Gran Canaria und Las Raíces auf Teneriffa beherbergen mittlerweile knapp 2.400 Personen in Zelten. Der Rest der Flüchtlinge ist in den Auffanglagern untergebracht, deren Kapazitäten damit erschöpft sind.
Die Regierung hofft, dass die Rückführungsabkommen mit den Herkunftsländern so schnell wie möglich besiegelt werden, um die Schaffung neuer Flüchtlingslager umgehen zu können. 
Vom 7. bis 10. Juni wird eine Delegation des Europäischen Parlaments Teneriffa und Fuerteventura besuchen, um sich vor Ort ein Bild von den Ausmaßen des Flüchtlingsdramas zu machen. Treffen mit dem kanarischen Regierungschef Adán Martín, dem Regierungsdelegierten José Segura und den Cabildo-Präsidenten sind anberaumt.








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