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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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Unablässig erreichen Flüchtlingsboote die Kanaren

Neuer mobiler Radar eingetroffen

Über 200 Immigranten in 24 Stunden aufgegriffen

Die Immigrantenflut scheint nicht zu stoppen zu sein. Unaufhörlich tauchen neue Flüchtlingsboote an der kanarischen Küste auf. Innerhalb von knapp 24 Stunden wurden Anfang März auf Teneriffa und Gran Canaria 171 Afrikaner aufgegriffen bzw. aus Seenot gerettet. Nahezu zeitgleich traf ein mauretanisches Fischerboot mit 43 Menschen im Hafen La Restinga auf El Hierro ein.

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Ein 19-jähriger Gambier ist das erste Todesopfer 2006.
Galerie© EFE
Ein 19-jähriger Gambier ist das erste Todesopfer 2006.
09.03.2006 - Kanarische Inseln - Allein auf Gran Canaria kamen innerhalb einer Woche 11 Boote mit 438 Menschen an.   Auf Teneriffa gab es am 4. März den ersten Todesfall. Ein 19-jähriger Gambier sprang in Panik ins Wasser, als sich das Patrouilleboot der Guardia Civil dem kleinen Fischerboot näherte, in dem er mit 40 anderen Männern saß. Der junge Mann ertrank, während ein anderer der Gruppe, der ebenfalls einen Fluchtversuch unternahm, von den Beamten gerettet werden konnte.

Beängstigende Zahlen

Seit Jahresbeginn sind knapp 2.000 Flüchtlinge aus Westafrika auf den Kanarischen Inseln angekommen. Eine Zahl, die bei weitem die Kapazitäten der Aufnahmelager auf Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura sprengt und schon jetzt erahnen lässt, inwieweit 2006 das Vorjahr übertreffen wird. Im ganzen letzten Jahr kamen 4.751 Immigranten auf den Inseln an.
Der kanarische Regierungsdelegierte José Segura begründet diesen Anstieg mit der Umsiedelung der Immigrantenmafia nach Mauretanien, nachdem ein Abkommen zwischen Spanien und Marokko den Flüchtlingsstrom erheblich gebremst hatte. Segura sieht die Lösung weiterhin in der Zusammenarbeit mit den Ursprungsländern. „Der spanische Staatssekretär für Sicherheit und die Kollegin von der Zuwanderungsbehörde werden demnächst nach Mauretanien reisen, um Abkommen zu besiegeln, die in den vergangenen Wochen ausgearbeitet wurden“, sagte er. Gleichzeitig bemühte sich Segura darum, die Gemüter derer zu beruhigen, „die eine Invasion fürchten, anstatt sich in Mitleid zu üben, denn keiner dieser armen Menschen wird auf den Kanaren bleiben“. Tatsächlich wurden in den letzten Tagen bereits 90 Flüchtlinge auf das spanische Festland verlegt.

Neueste Technologie zur Aufspürung der Boote

Die Provinz Teneriffa verfügt neuerdings auch über eine mobile Radareinheit, wie sie bereits auf Gran Canaria und Lanzarote im Einsatz sind, um Flüchtlingsboote rechtzeitig aufzuspüren. Die moderne Radaranlage (Kostenpunkt ca. 1,2 Millionen Euro), die auf einem Lkw montiert ist, soll 24 Stunden in Betrieb sein und Teneriffas Küste an verschiedenen Punkten nach Immigrantenbooten absuchen.
Oberhalb des Strandes Las Teresitas in Santa Cruz wurde das Fahrzeug erstmals stationiert, um anhand einer Übung die Effektivität dieser Anlage unter Beweis zu stellen. Ein Schlauchboot mit mehreren Guardia Civil-Beamten wurde von dem Radarsystem sofort erfasst, als es näher als fünf Meilen an die Küste herankam. Das System ist recht simpel. Die Boote werden von dem Radar erfasst und auf dem Bildschirm mit verschiedenen Farben gekennzeichnet, um die verdächtigen von den identifizierten Booten unterscheiden zu können.
José Segura erklärte, dass mit diesem neuen Radar – Teil des vielgepriesenen Küstenüberwachungssystems SIVE – natürlich nicht die Ankunft der Flüchtlingsboote vermieden werden kann, jedoch durch die schnelle Ortung sicher mehr Menschenleben gerettet werden können.








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