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Ausgabe Nr. 71 vom 17. September - 7. Oktober 2008
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Proteste wegen fehlender Unterstützung vor der Inselverwaltung von Teneriffa

Viehwirte fordern dringende Hilfe

Nicht nur Deutschlands Milchbauern sehen sich inzwischen zu so drastischen Maßnahmen gezwungen, wie das demonstrative Wegschütten ihrer wichtigsten Einnahmequelle, um das Interesse der Öffentlichkeit zu erregen und vor allem Druck auf die zuständigen Behörden auszuüben. Zu so drastischen Maßmahme haben die kanarischen Viehwirte zwar noch nicht gegriffen, doch die Lage ist auch hier ernst.

Condor

Mit Kühen, Eseln und Ziegen zog die Protestgruppe vor den Sitz von Teneriffas Cabildo.
Galerie© EFE
Mit Kühen, Eseln und Ziegen zog die Protestgruppe vor den Sitz von Teneriffas Cabildo.
03.07.2008 - Kanarische Inseln - Um die Öffentlichkeit und vor allem die Behörden auf sich aufmerksam zu machen, versammelten sich am 22. Juni etwa ein Dutzend Viehwirte auf dem Platz vor dem Sitz von Teneriffas Cabildo in Santa Cruz. Mit dabei: Kühe, Ziegen und sogar Esel.
Passanten trauten kaum ihren Augen, als sie die tierische Protestgruppe mitten in der Stadt gewahr wurden. Doch die Begründung für die Aktion der Bauern ist mehr als überzeugend. „Wir wissen langsam nicht mehr, wie wir unser Vieh ernähren sollen“, heißt es unter anderem.
Zwar stehe man schon seit längerem in Verhandlungen mit dem kanarischen Landwirtschaftsministerium, um bessere Konditionen für die kanarischen Viehwirte und Milchbauern zu erreichen, doch eilig habe man es dort nicht, wird geklagt.
Die immer schwierigeren Arbeitsbedingungen der kanarischen Viehwirte hat inzwischen dazu geführt, dass der Sektor sich drastisch reduziert hat. Während es beispielsweise  1993 kanarenweit noch etwa 17.500 Kühe gab, sind es inzwischen nur noch 1.200 auf Teneriffa und 3.000 auf Gran Canaria.
Eine der Hauptforderungen der kanarischen Viehwirte ist die Restrukturierung des regionalen Milchprodukte-Herstellers Teisol, bei dem die kanarische Regierung Aktionär ist. Bislang verhalte es sich so, dass die hiesigen Behörden mehr Wert darauf legen, die verarbeitende Industrie zu unterstützen und nicht die Bauern und Viehwirte, wird geklagt. Anstatt dafür Sorge zu tragen, dass die hier produzierte Milch und das Fleisch den Absatz gesichert hat, importiere man lieber vom spanischen Festland.
Die Milch, die auf den Inseln erwirtschaftet wird, reiche ohnehin schon nur noch für maximal „einen Cortado pro Tag und Einwohner“ und bei dem Fleisch komme man auf höchstens 2,5 Gramm pro Einwohner. „Und trotzdem bringen wir es nur mit großer Mühe an den Mann.“
„Wie kann es angehen, dass die kanarische Regierung 18 Millionen Euro für den Import von Fleisch und Milchprodukten übrig hat, und gleichzeitig die Viehwirte auf den Inseln Probleme haben, 2,5 Gramm Fleisch zu verkaufen“, fragen sich die Betroffenen.






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