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Ausgabe Nr. 71 vom 17. September - 7. Oktober 2008
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Corbacho interessiert sich vor allem für die Lage der minderjährigen Einwanderer

Immigrationsminister kündigt Besuch an

Seit Monaten monieren die kanarischen Behörden das „fehlende Interesse der Regierung in Madrid“ im Hinblick auf das Schicksal minderjähriger Immigranten, die ohne einen erwachsenen Erziehungsberechtigten den gefährlichen Weg nach Spanien auf sich genommen haben und jetzt in einem der inzwischen hoffnungslos überlas­teten Wohnheime für minderjährige Einwanderer auf dem Archipel untergebracht sind.

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Celestino Corbacho ist seit Mitte März dieses Jahres spanischer Immigrationsminister.
Galerie© EFE
Celestino Corbacho ist seit Mitte März dieses Jahres spanischer Immigrationsminister.
25.05.2008 - Kanarische Inseln - Die Klagen der hiesigen Behörden, die sich mit der Problematik völlig alleingelassen fühlen, scheinen jetzt Wirkung gezeigt zu haben. Jedenfalls wurde schriftlich der Besuch des neuen Ministers für Immigration, Celestino Corbacho, angekündigt. Spätestens Ende dieses Monats wolle sich der Minister persönlich ein Bild von der Lage in den Wohnheimen der minderjährigen Immigranten machen, heißt es in dem Schreiben aus Madrid.
Die kanarische Ministerin für Soziales, Inés Rojas, begrüßte das Interesse der Zentralregierung für die „Notstandssituation“, in der sich die Inseln hinsichtlich der minderjährigen Immigranten inzwischen befinden. Sie hoffe, dass der Besuch tatsächlich so bald wie möglich stattfinde, da die Lage wirklich brenzlig geworden sei.
Sie habe Corbacho nach seinem Amtsantritt im April dieses Jahres schriftlich über das Szenarium in Kenntnis gesetzt, das in den Wohnheimen minderjähriger Immigranten inzwischen herrscht, woraufhin der Minister ihr versichert habe, die Problematik sei „eine Priorität für das Ministerium“.
Derzeit leben auf den Kanaren 1.200 minderjährige Immigranten, für die die kanarischen Behörden die Vormundschaft übernommen haben, da sie ohne einen erwachsenen Erziehungsberechtigten auf die Inseln kamen und ihre Familien nicht ausfindig zu machen sind. Die hoffnungslose Überlastung, die in den Heimen inzwischen herrscht, und die Schwierigkeiten, die durch die verschiedenen Nationalitäten der Jugendlichen auftreten, gefährden den „Bildungs- und Integrationsprozess, den die Inseln seit nunmehr zehn Jahren im Alleingang durchführen“.
Zwischen April und September letzten Jahres erreichten etwa 500 minderjährige Immigranten auf dem Seeweg die Kanarischen Inseln. Mit Beginn der besseren Wetterverhältnisse wird befürchtet, dass sich diese Anzahl in diesem Jahr noch erhöht.






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