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Ausgabe Nr. 77 vom 17. Dezember 2008 - 6. Januar 2009
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Saudiarabischer König setzt sich für religiöse Toleranz ein

Gemeinsam gegen den Terrorismus

Interreligiöse Konferenz in Madrid

Den Dialog zwischen Christen, Moslems und Juden zu förden war das angesagte Ziel der dreitägigen Konferenz, zu der sich Vertreter der drei monotheistischen Weltreligionen in Madrid getroffen haben.

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Galerie© Illustration: WB
24.08.2008 - Spanien - Madrid - Der saudiarabische König Abdullah sagte in seiner Eröffnungsrede: „Wir alle glauben an einen Gott“ und „Religionen sollten ein Mittel zur Beseitigung von Differenzen sein und nicht zu immer neuen Streitigkeiten führen. Gesellschaftliche Probleme wie Terrorismus, die Zerstörung von Familien und die Ausbeutung der Schwachen sind das Ergebnis einer spirituellen Leere. Bisher sind alle Dialogversuche zwischen den Glaubensrichtungen gescheitert“, und forderte einen „konstruktiven Dialog“ zur Eröffnung eines neuen Kapitels der Versöhnung.
König Juan Carlos betonte, der interreligiöse Dialog könne einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Terrorismus, Armut und Hunger leisten.
Jüdische Konferenzteilnehmer erklärten ihrerseits, dass keine konkreten Ergebnisse erwartet würden. Die Tatsache, überhaupt eine gemeinsame Konferenz auszurichten, sei aber schon ein Fortschritt  an sich.
An der dreitägigen Konferenz, die auf eine Initiative des als sehr streng muslimisch geprägten saudiarabischen Königs zurückging, nahmen 200 prominente Kirchenvertreter teil. Herausragend darunter als Delegierter des Papstes der Präsident der Päpstlichen Kommission für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Lous Tauran; der Generalsekretär der Muslimischen Weltliga, Abdullah al-Turki; als Vertreter des Weltkirchenrates das Oberhaupt der Äthiopischen Orthodoxen Tewahedo Kirche, Patriarch Abune Paulos; der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Michael Schneider, und der Vorsitzende des Al Azhar-Rates für den interreligiösen Dialog, Ali Samman. Der anglikanische Primas und Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, der verhindert war, hat in einem Schreiben zu christlich-islamischen Begegnungen aufgerufen.

Begegnung mit dem Papst

Kardinal Tauran betonte die Bedeutung dieser Initiative des saudischen Königs und erklärte, die Einladung zum interreligiösen Treffen sei „wie ein Blitz aus heiterem Himmel“ gekommen. Bekanntlich ist König Abdullah der Hüter der für den Islam heiligen Stätten Mekka und Medina; nicht-muslimische Gottesdienste und Symbole sind auf dem Territorium des Königreichs verboten. Daher wird die Tatsache, dass diese Initiative von ihm ausging, sehr hoch bewertet. Kardinal Tauran: „Dieses Treffen ist das konkrete Ergebnis der Audienz Papst Benedikts für den saudischen König im November 2007. Dieser war tief berührt von der Menschlichkeit des Papstes, seiner Demut, seiner Intelligenz. Ich denke, das hat einen Mechanismus im Herzen und im Geist des Königs in Gang gebracht.“
Abdullah al-Turki bezeichnete es seinerseits als Ziel der interreligiösen Konferenz, „einander kennenzulernen und nach Wegen der Zusammenarbeit zu suchen". So wurden keine religiösen Fragen diskutiert, sondern gemeinsame Anliegen wie Ethik, Familie und Umwelt.

Abschlusserklärung

In der von Abdul Rahman Al-Zaid verlesenen Abschluss­erklärung wird ein „internationales Abkommen“ gegen den Terrorismus gefordert, der eine „Hürde für die Menschheit“ bedeutet.
„In der Konferenz wurde die Entwicklung des Dialogs und dessen Hindernisse analysiert“, heißt es weiter, „wobei das Augenmerk ebenso auf Naturkatastrophen mit ihren verheerenden Auswirkungen auf die Menschheit gerichtet war. Wir sind uns jedoch der Tatsache bewusst, dass der Terrorismus eine der größten Hürden für die Entwicklung des Dialogs und des Miteinanders bedeutet.“
Und: „Terrorismus ist ein globales Phänomen, dem mit interntionaler Kräftebindung und im Geiste der Ernsthaf- tigkeit, Verantwortung und Gleichheit entgegengetreten werden muss.“
Seinerseits betonte Kardinal Tauran: „Wir haben das Schwergewicht auf die grundlegenden Überzeugungen gesetzt, die wir gemeinsam haben.“
Offiziell heißt es, Madrid sei aufgrund der multikulturellen Vergangenheit Spaniens als Tagungsort ausgewählt worden. Kritiker vermuten hingegen, dass die Präsenz führender christlicher und jüdischer Geistlicher in Saudi-Arabien nicht toleriert worden wäre. Jedoch haben die saudiarabischen Medien über die Konferenz berichtet.








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