Infos für Urlauber
Ausgabe Nr. 77 vom 17. Dezember 2008 - 6. Januar 2009
Kanarische Inseln
TeneriffaGran CanariaFuerteventuraLanzaroteLa GomeraLa PalmaEl Hierro
Spanien
Home > Spanien > Nachrichten > Panorama > Der Brauch des grausamen Tötens

Nachrichten
  Politik
  Wirtschaft
»Panorama
  Wissenschaft
  Umwelt
  Kultur
  Sport
  Gesundheit
  Multimedia
  Kurz notiert
  Leserbriefe
 
  Archiv

Kleinanzeigen
  Ansehen
  Eintragen

Leserbriefe
  lesen
  schreiben

Suchen

   

Branchenbuch
  Ansehen
  Suchen
  Empfehlungen

Service
  Rufnummern
  Mietwagen

  Über uns
  Aboservice
  Erscheinungsdaten
  Preisliste
  Kontakt
  Impressum

Mietwagen Spanien
Mietwagen-in-spanien.de


FU International Academy Teneriffa

In einem Ort in Valladolid wird jedes Jahr ein Stier mit mittelalterlichen Methoden zu Tode gequält

Der Brauch des grausamen Tötens

Tordesillas – die zur Provinz Valladolid gehörende Stadt am Ufer des Duero ist nicht nur für den historischen Vertrag von Tordesillas aus dem Jahr 1494 bekannt. Leider. Alljährlich findet hier unter dem Deckmantel der „Tradition“ eines der brutalsten Spektakel der Tierquälerei in Spanien statt.

Condor

Das diesjährige Opfer, der Stier Jaquerito, wurde angeblich mit nur zwei Lanzenstößen getötet. Den Journalisten wurde allerdings nicht gestattet, die Todesqual des Tieres zu dokumentieren.
Galerie© EFE
Das diesjährige Opfer, der Stier Jaquerito, wurde angeblich mit nur zwei Lanzenstößen getötet. Den Journalisten wurde allerdings nicht gestattet, die Todesqual des Tieres zu dokumentieren.
19.09.2007 - Spanien - Valladolid - Jedes Jahr am zweiten Dienstag im September wird zu Ehren der Schutzheiligen der Stadt das angeblich auf das Mittelalter zurückgehende, auch in vielen Teilen Spaniens äußerst umstrittene Schauspiel „Toro de la Vega“ veranstaltet. Dutzende mit Lanzen bewehrte Männer hetzen zu Fuß und zu Pferd einen Stier durch die Stadt aufs Land, wo er auf einer umzäunten Weide hilflos seinen bewaffneten Gegnern ausgeliefert ist. Erbarmungslos stechen die Männer auf das Tier ein, während der Pöbel kreischt und jubelt. Wie die Zeitung El País berichtete, verhinderte die aufgebrachte Menge, dass die Journalisten und Kritiker in den letzten Augenblicken des Todeskampfes Aufnahmen von dem grausamen Brauch machten. In einer offiziellen Stellungnahme des Stadtrates hieß es, dass der Stier in diesem Jahr mit nur zwei Lanzenstößen getötet wurde. „Der Toro de la Vega war in diesem Jahr tapfer“, sagte die Bürgermeisterin von Tordesillas. Freunde dieser Tradition behaupteten, der Stier sei ohne zu leiden gestorben.
Es dauerte etwa eine Stunde bis der Tod eintrat. Der für das blutige Schauspiel ausgesuchte Stier, Jaquerito, ein gut 600 kg schweres Prachtexemplar, überquerte die Flussbrücke und verteidigte sich bis zuletzt. Doch eine Chance hatte er nicht. Nach einer Stunde durchbohrte schließlich die Lanze von José Ángel González aus Salamanca – ein Auswärtiger in diesem Jahr – seinen Leib.
Die Tradition schreibt vor, dass demjenigen, der dem Tier als erster die Lanze in den Körper rammt auch die zweifelhafte Ehre des Tötungsrechts gebührt. Mit Stolz geschwellter Brust trat der Sieger später auf den Balkon des Rathauses, wo er von der Menge bejubelt wurde, als hätte er gerade die Tour de France gewonnen. Als Andenken bekam er den abgeschnittenen Schwanz des Stieres überreicht. Zumindest wurden dem Tier nicht wie noch vor Jahren bei lebendigem Leib die Hoden amputiert...
Seit 1584 findet diese blutrünstige Tradition statt. Die Regionalregierung von Castilla y León hat dieses „Fest“ als von regionalem touristischem Interesse eingestuft.  Die Tradition des „Toro de la Vega“ geht anscheinend auf die Zeiten der kastilischen Königin „Juana la loca“ (Johanna die Wahnsinnige) zurück, was angesichts der Brutalität und Grausamkeit, die in der damaligen Zeit herrschte, durchaus glaubhaft scheint. Im zivilisierten 21. Jahrhundert, in einem Land der Europäischen Union, ist es allerdings schwer zu verstehen, wie eine solche Tradition weiter existieren kann. In Spanien werden immer mehr Stimmen laut, die ein Verbot derartiger tierquälerischer Traditionen fordern. Auch in den Medien wird der Brauch mittlerweile äußerst kritisch beleuchtet. Im Internet gelangt man über die Suchmaschine Google auf zahlreiche Websites, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
Die Bürgermeisterin der schönen Stadt Tordesillas fordert diejenigen, die Kritik an ihrem Brauchtum üben auf, selbst einmal zu kommen und es sich anzuschauen. Lieber nicht.






Leserbrief zu Artikel Der Brauch des grausamen Tötens schreiben


Wochenblatt Immobilienmarkt
  NEWSLETTER
  Ihre eMail-Adresse
Die neue Condor ist da!

Inmobiliaria Optima Canarias

Inmobiliaria LA CUPULA