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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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Home > Spanien > Nachrichten > Umwelt > Störfall in Atomkraftwerk viel schlimmer als behauptet

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Die Betreiber verheimlichten den Vorfall über vier Monate lang

Störfall in Atomkraftwerk viel schlimmer als behauptet

Vor etwas über vier Monaten ereignete sich ein Störfall im Atomkraftwerk Ascó I bei Tarragona. Obwohl Greenpeace schon vor Wochen Alarm geschlagen hatte, informierten die Betreiber des zu Endesa gehörenden Werks erst Anfang April die spanische Strahlenschutzbehörde (CSN) über den Vorfall.

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Atomkraftwerk Ascó I bei Tarragona in Katalonien.
Galerie© EFE
Atomkraftwerk Ascó I bei Tarragona in Katalonien.
24.04.2008 - Spanien - Tarragona - Es handle sich nur um einen unbedeutenden kleinen Störfall, wurde anfangs versichert. Das ausgetretene radioaktive Material sei kaum mess­bar.
Selbst als der CSN, der diesen Aussagen erst einmal Glauben schenkte, die Bürgermeister der umliegenden Ortschaften und Städte zu einem Treffen einberief, um sie über den Vorfall zu informieren, lenkte Ascó I nicht ein. Erst als der CSN genauere Informationen und Details über den Störfall anforderte, kam die Wahrheit ans Tageslicht. Wie sich jetzt herausstellte, war die Menge des ausgetretenen radioaktiven Materials hundert Mal größer als anfangs behauptet. Nach Angaben der CSN könnte aus dem Atomkraftwerk Radioaktivität mit einem Wert von bis zu 84,95 Millionen Becquerel (BQ) entwichen sein.
Über 700 Peronen müssen nun auf mögliche Strahlenschäden untersucht werden. Die meisten davon sind Angestellte der Betreibergesellschaft von Ascó I.
Greenpeace hat den sofortigen Betriebsstopp des Atomkraftwerks gefordert. Die CSN will ein Untersuchungsverfahren gegen die Betreibergesellschaft Asociación Nuclear Ascó-Vandellòs einleiten. Zwei Führungskräfte wurden inzwischen entlassen.

Spätschäden

Fast zeitgleich mit dem bekannt werden des Störfalls im Atomkraftwerk in Tarragona, erschütterte eine weitere Nachricht die Öffentlichkeit. 42 Jahre nach dem Absturz amerikanischer Militärmaschinen mit Atombomben an Bord über Spanien, wurde jetzt radioaktiv verseuchter Boden entdeckt. Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Palomares an der Südküste von Spanien. Obwohl die USA damals über 1,6 Millionen Tonnen Boden aus dem Unfallgebiet entfernten, wurden jetzt in fünf Metern Tiefe zwei Depots mit radioaktiv verseuchter Erde entdeckt. Da die Fundstellen in der Nähe des Lagers der Soldaten liegen, die damals mit der Abtragung der verseuchten Erde beschäftigt waren, wird angenommen, dass diese einen Teil des Materials aus Zeitgründen vergruben. Amerika habe seine Bereitschaft zur Entfernung der restlichen Depots bereits signalisiert, heißt es in diesem Zusammenhang. Währenddessen sucht Spanien nach weiteren möglichen Fundstellen mit verseuchter Erde.








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