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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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Seit Monaten leidet die Region unter extremer Trockenheit

Dürre: Ebro-Wasser soll Katalonien helfen

Seit Monaten leidet Spanien unter extremer Trockenheit. Besonders schlimm ist die Lage in Katalonien, wo bereits seit Wochen strenge Einschränkungen im Bereich von Industrie und Landwirtschaft herrschen, um die wenigen Wasservorräte in den Stauseen nicht gänzlich aufzubrauchen.

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Bewässerungskanal, der aus dem Ebro gespeist wird.
Galerie© EFE
Bewässerungskanal, der aus dem Ebro gespeist wird.
24.04.2008 - Spanien - Barcelona/Madrid - Nach den Überlegungen, Wasser per Schiff und Bahn in die Region zu bringen und der provisorischen Umsetzung dieses Vorhabens, hat die Regierung sich nun für eine weitere Option entschieden.
Bei einem Treffen einigten sich der katalanische Regierungschef José Montilla und die neue Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft, Ele­na Espinosa, auf einen nicht ganz unumstrittenen Plan, der bereits im Vorfeld für viel Aufregung sorgte. Es soll nämlich Wasser vom Ebro über einen unterirdisch verlaufenden Kanal bis nach Barcelona umgeleitet werden. Die dafür notwendigen 200 Kilometer langen Leitungen sollen an der Autobahn entlang verlegt werden. Maximal vier Monate Bauarbeiten wurden dafür veranschlagt und bereits im Mai soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Kosten für das Mammut-Vorhaben will die Zentralregierung in Madrid tragen, wobei jedoch mindes­tens 170 Millionen Euro der Region von dem Budget abgezogen wird, das ihr im Bereich Infrastrukturen zusteht.

„Kein Umleitung im eigentlichen Sinne“

Obwohl die Lösung an sich plausibel erscheint und niemand leugnen kann, dass sie dringend notwendig ist, brachte die Ankündigung viel Wirbel mit sich. Eine ähnliche Option war nämlich bereits Teil eines großen staatlichen Wasserplans, dem sogenannten Plan hidrológico nacional, den einst noch die konservative Regierung von José María Aznar verabschiedete. Als die Sozialisten im März 2004 an die Macht kamen, wurde das umstrittene Vorhaben jedoch umgehend außer Kraft gesetzt.   So bemüht sich die Regierung jetzt, die Umleitung mit möglichst anderen Worten zu umschreiben, als sie damals im staatlichen Wasserplan verwendet wurden. „Es geht hier nicht um eine Umleitung im eigentlichen Sinne“, wurde versichert. Der Ebro werde weiterhin dieselbe Menge an Wasser führen. Abgeleitet werde lediglich Wasser, das sich derzeit ohnehin in den veralteten Bewässerungskanälen im Ebro-Delta verliere. „Wir nehmen das Wasser, das wir durch die Modernisierung der Bewässerungssysteme einsparen“, warb Espinosa für die umstrittene Maßnahme. Ganz abgesehen davon werde die Umleitung nur im Notfall zum Einsatz kommen und keine ständige Lösung sein.
In den um den Ebro angesiedelten Regionen ist der Ärger jedoch groß. Das Wasser brauche man für die eigene Landwirtschaft, wird unter anderem moniert. Murcia und Valencia, beide PP regiert, wollen wenn nötig sogar vor dem Verfassungsgericht versuchen, die „Umleitung“ zu verhindern.
Fest steht jedoch: Wenn nichts unternommen wird, drohen den rund fünf Millionen Einwohnern, die im Großraum Barcelona leben, spätestens im Oktober strenge Einschränkungen. Derzeit sind die Stauseen in der Gegend nur zu 21,6% gefüllt.








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